Mit dem Einstellen des Riggs und Trimmen der Segel versucht man, eine Yacht mglichst wirkungsvoll auf die augenblickliche Windgeschwindigkeit und Windrichtung einzustellen. Zweck der Übung: schneller segeln und mehr Höhe laufen. Mit richtig getrimmten, also optimal auf Wind und Welle eingestellten Segeln, liegt eine Yacht zudem noch sicherer auf dem Ruder. Sie ist leichter zu handhaben, und der vorzeitige Verschleiß der Windmaschine wird vermindert. Und schlielich macht das Trimmen auch ein Menge Freude, wenn es gelingt, alles aus seinem Schiff herauszuholen.
DAS RIGG RICHTIG EINSTELLEN
Mast, Stagen und Wanten
evor wir uns mit dem Trimmen der Segel beschäftigen, gibt es einige Tips zum Stellen des Mastes und seiner Kontrolle durch die Stagen und Wanten:
Beide Riggarten, Topp- und 7/8-Ta-kelung, unterscheiden sich hauptsächlich durch die unterschiedlichen Trimmvorrichtungen, mit denen sich Mastbiegung und Vorstagspannung verändern lassen.
Topp-Rigg:
Diese Riggart wird heute hauptsächlich auf größren Yachten eingesetzt. Ihre Vorteile sind: einfachere Handhabung und höhere Stabilität des Mastes. An einem Topp-Rigg sind weniger Vorrichtungen zum Trimmen vorhanden. Es läßt sich also nicht so wirkungs-voll wie 7/8
|
Das Einstellen der Wanten:
Es werden zuerst die Oberwanten gespannt. Sie müssen grundsätzlich stärker gespannt werden als die Unterwanten, da sie auf Grund ihrer Länge stärker rekken. Der Mast biegt sonst oberhalb der Saling zu stark nach Lee. Die Unterwanten begrenzen die Mastbiegung und verhindern, daß der Mast im Seegang nach vorne schwingt. Die Unterwanten werden so stark gespannt, daß der Mast in sich gerade ist. Er darf auf keinen Fall nach hinten biegen!
Vor- und Achterstag:
Beim Aufriggen legt man ber die Länge des Vorstags den Mastfall fest, also die Neigung des Mastes nach achtern. Die Spannung des Vorstags wird durch den Achterstagspanner eingestellt. Je stärker man das Achterstag durchsetzt, desto geringer wird der Durchhang des Vorstags. Ein gerades Vorstag hat folgende Vorteile:
7/8 Rigg:
Dieses Rigg hat sich vor allem auf sportlichen Yachten durchgesetzt. Sind die Salings nach achtern gepfeilt, kann auf laufende Backstagen verzichtet werden, um die Handhabung der Yacht zu vereinfachen. Diese Riggvariante hat sich für Fahrtensegler als guter Kompromiß bewährt.
Mit der Länge des Vorstags legt man den Mastfall fest, also die Neigung des Mastes nach achtern. Die Oberwanten dagegen haben zwei Aufgaben:
Um eine dem Topp-Rigg vergleichbare Vorstagspannung zu erreichen, müssen erheblich größere Kräfte aufgebracht
|
Trimmen der Segel bei Leichtwind
Tips zum Trimmen von Genua und Groß:
Nachdem das Rigg richtig eingestellt ist, werden die Segel (der Antrieb) eingestellt. Jede Windgeschwindigkeit, Windrichtung und jedes Wellenbild erfordert einen anderen Segeltrimm.
|
Tips zum Trimmen des Großsegels:
Hier gelten im Prinzip die gleichen Maßnahmen wie für die Genua: Fall und Vorliek locker durchsetzen und den Zug der Groschot nach unten möglichst gering halten - also den Traveller möglichst weit in Luv fahren.
Trimmtipps für Mittel & Starkwind
Trimmtips für Mittelwind:
Macht ein Boot Fahrt durchs Wasser, stabilisiert die Anströmung Kiel und Ruderblatt. Die Abdrift wird durch die hydrodynamischen Krfte stark verringert und die erreichbare Höhe am Wind hängt dann ausschließlich vom Trimm der Genua und des Großsegels ab. Die Strömung am Profil der Segel reagiert nicht mehr so empfindlich wie in leichten Winden, man kann dichter und damit vortriebsstärker fahren.
Für den Trimm der Segel heit das:
|
Segeln bei Starkwind:
Nimmt der Winddruck weiter zu, so daß alle Manahmen, wie der flache Trimm des Profils und das Fieren des Travellers nach Lee, eine weitere Zunahme von Krängung und Ruderdruck nicht verhindern können, ist das erste Reff und/oder der Wechsel zu einem kleineren Vorsegel fällig. übermäßige Krängung und starke Ruderlage vermindern die Geschwindigkeit drastisch und führt gleichzeitig zu einer starken Erhöhung der Abdrift. Außerdem werden mit dem Reffen Rigg, Beschläge und das laufende Gut geschont, da die auftretenden Kräfte erheblich abnehmen. Durch den verringerten Ruderdruck läßt sich die Yacht wesentlich feinfühliger und genauer steuern. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Segelfläche einer Yacht zu verringern. Ohne Rollreffanlage sollte zunächst die Genua verkleinert werden. Das hat zwei Vorteile: Das Tuch des Segels wird nicht überlastet, und man muß sich in zunehmenden Winden nicht mit einer zu großen Segelflche abplagen. Auf Yachten mit einer Rollreffgenua empfiehlt es sich, zuerst die Fläche des Großsegels zu verringern, da solche Vorsegel ungerefft besser stehen, aus festerem, belastungsfhigerem Tuch sind und schnell vom Cockpit aus mühelos eingerollt werden können.
Großsegel-Trimm
Das Großsegel wird hauptsächlich mit dem laufenden Gut getrimmt. Auf 7/8-tel getakelten Booten kommt noch die Mastbiegung hinzu. Wann welcher Strecker der richtige ist, erklären wir nun im einzelnen.
Großfall und Vorliekstrecker Cunningham
Das Großfall: Die Aufgaben des Großfalls gehen über das Setzen des Segels weit hinaus. Mit der sich aus der Großfallspannung ergebenden Vorliekspannung wird sowohl die Profiltiefe, als auch die Anschnittkante des Segels beeinflußt. Beim Setzen des Segels wird das Fall so stark durchgesetzt, daß sich eine leichte Falte parallel zum Vorliek bildet. Diese Falte wird beim Dichtholen der Großschot verschwinden. Das Vorliek sollte auf keinen Fall zwischen den Mastrutschern durchhängen. Wird das Fall von dieser Grundeinstellung aus stärker durchgesetzt, so wandert der Profilschwerpunkt weiter nach vorne. Das Optimum liegt zwischen 35% und 45%. Der Profilschwerpunkt soll bei zunehmendem Wind weiter nach vorne wandern. Entsprechend muß das Großfall bei zunehmendem Wind immer stärker durchgesetzt werden. Gleichzeitig wird die Anschnittkante des Segels runder. Beim Segeln Raumschots und vor dem Wind bildet sich eine Falte parallel zum Vorliek. Um dies zu verhindern, sollte das Fall auf solchen Kursen so weit gefiert werden, bis die Falte verschwunden ist. Vor dem Anluven wird das Fall wieder durchgesetzt. Um diesen Vorgang zu vereinfachen, ist es ratsam, sich eine Cunningham-Kausch in das Segel einbauen zu lassen.


Mit Hilfe des Falls und (oder) des Cunninghams wird die Spannung des Vorlieks verndert: Eine hohe Spannung bewegt den Bauch, also die größte Profiltiefe zum Mast hin, eine geringere nach achtern. Gleichzeitig wird mit einer hohen Spannung die Anschnittkante des Profils vorn runder.
Das Cunnigham: Das Cunnigham ist eine Kausch am Vorliek des Großsegels. Sie sitzt ca. 20 30 cm ber dem Hals. Das Cunnigham wirkt im Prinzip wie ein Großfall von unten. Es hat auf das Profil den gleichen Einfluß wie das Großfall. Der erhebliche Vorteil liegt darin, da beim Dichtholen nicht gegen den Zug von Groschot und Baumniederholer angezogen werden muß. Es muß für den gleichen Trimmeffekt nur ein Bruchteil der Kraft aufgewendet werden. Eine Cunningham Kausch läßt sich in fast jedes Segel mit geringem Aufwand nachrüsten. Der Cunnigham-Stecker wird wie eine Reffleine möglichst nach achtern ins Cockpit umgelenkt.
Vorliekstrecker oder Cunningham Baumniederholer
Der Unterliekstrecker: Die Wirkung des Unterliekstreckers ist sehr viel geringer als allgemein angenommen; er hat lediglich einen Einfluß auf das unterste Drittel des Segels. Er sollte, auer bei sehr leichtem Wind, immer stark durchgesetzt werden.

Seine Wirkung entspricht dem des Großfalls. Der Unterschied zum Fall liegt in seiner Funktionsweise: Mit dem Fall läßt sich das Vorliek nur schwer durchsetzen, vor allem bei starkem Winddruck. Da das Cunningham knapp (ca. 20 Zentimeter) ber dem Hals des Segels sitzt, muß es nur geringe Reibungskräfte berwinden und nicht gegen Fall und Baumniederholer anziehen. Der Kraftaufwand wird also wesentlich geringer. Die Kausch des Cunninghams lt sich jederzeit mit geringem Aufwand nachrüsten. Sie wird etwa 20 bis 30 Zentimeter über dem Hals des Segels eingesetzt.
Der Baumniederholer wird hauptsächlich zwischen Kursen halb am Wind und vor dem Wind eingesetzt. Auf diesen Kursen dient er zum Einstellen des Twistes und verhindert ein übermiges Steigen des Baumes. Die am Wind nach unten gerichtete Kraft der Großschot, die den Twist hier kontrolliert, fehlt raumschots und muß durch den Baumniederholer ersetzt werden. Bei raumem Wind dient die Großschot nur zum Einstellen des Anstellwinkels. Der Baumniederholer hat die richtige Spannung erreicht, wenn beim Auffieren der Großschot das Vorliek im oberen und im unteren Bereich gleichzeitig einfällt. Bei leichtem Wind wird der Baumniederholer lose gefahren. Das Gewicht des Baums reicht dann aus, um ein Steigen des Grobaums zu verhindern.

Hinweis: Bitte achten Sie darauf, daß das Cunningham zum Segelsetzen vollkommen gelöst ist.
Die Groschot: Mit der Groschot wird auf Kursen am Wind der Twist, also das Maß der Verwindung des Achterlieks, eingestellt. Eine große Hilfe zur Kontrolle des Twistes sind Windfäden am Achterliek. Sie werden etwa auf Höhe der Segellatten angebracht. Wehen die Windfäden nicht alle gleichmäßig nach achtern aus, ist die Groschot zu dicht geholt: Der Twist ist zu gering, das Achterliek wird zu stark geschlossen und das Boot zu luvgierig. Dann muß man so lange auffieren, bis gerade alle Fäden gleichmäßig auszuwehen beginnen. Fiert man noch weiter auf, wehen zwar die Fäden weiter aus, aber der Twist ist dann nicht mehr optimal: Das Segel verliert an Vortrieb.
Weitere Tips zur richtigen Einstellung des Twist:
Mastbiegung
Der Traveller: Er ist die wirkungsvollste Vorrichtung, den Anstellwinkel des Großsegels am Wind einzustellen, und zwar ohne den Twist zu verndern. Der Twist wird ausschließlich durch die Großschot kontrolliert. Der Traveller sollte so weit nach Luv geholt werden, bis der Großbaum fast mittschiffs steht. Bei zunehmendem Wind fiert man ihn nach Lee, verkleinert also den Anstellwinkel. Auf diese Weise wird der Druck im Segel verringert und damit gleichzeitig die Krängung. Man gewinnt dadurch drei Vorteile:

Die richtige Mastbiegung wird bei 7/8- und Topp-Riggs auf unterschiedliche Weise erreicht.
Mastbiegung bei 7/8-Riggs
Mit der Biegung des Mastes lt sich die optimale Profiltiefe des Großsegels besonders wirkungsvoll einstellen. Ein stark gebogener Mast macht das Profil flach, ein gerader hält es bauchiger.
Die richtige Profiltiefe hängt vor allem von der Windstärke ab: Bei leichtem Wind fährt man ein volleres Profil, um seine erhöhte Vortriebsleistung zu nutzen.
Nimmt die Windstärke zu und damit Ruderdruck und Krängung, muß Power aus dem Segel genommen werden, indem man über die Mastbiegung das Profil flacher einstellt und über den Traveller den Anstellwinkel vergrößert.
Mit der Biegung des Mastes vergrößert sich der Abstand zwischen Vor- und Achterliek: Das Profil wird auseinandergezogen, also zwangsläufig flacher. Gleichzeitig verkürzt sich der Abstand zwischen Masttopp und Schothorn. Das Achterliek bekommt mehr Lose: Es wird geöffnet, der Twist erhöht und dadurch Druck aus dem Segel genommen.
Beginnen sich allerdings strahlenförmige Falten vom Schothorn aus zu bilden, wird es Zeit zum Reffen. Ein flaches Großsegel mit höherem Twist ist für stärkeren Wind richtig eingestellt. Krängung und Ruderdruck sind dann geringer.
Auf raumen Kursen ist ein volleres Profil günstiger. Das Achterstag wird also nur handwarm gefahren.
Die Wirkung der Mastbiegung bei Topp-Riggs
Hier gilt im wesentlichen das gleiche wie fr 7/8-Riggs. Allerdings lassen sich toppgetakelte Masten während des Segelns nicht mehr verstellen. Die Mastbiegung wird zum Mastsetzen mit Hilfe der vorderen Unterwanten und/oder des Babystags festgelegt und dann beibehalten. Die Profilveränderungen erreicht man durch Fallspannung, Cunningham, Schot oder Unterliekstrecker.
Tip: Der Traveller sollte nur so weit nach Lee gefiert werden, bis der Achterlieksbereich mit den Segellatten, ohne zu schlagen, steht. Ein Gegenbauch im Groß ist auf jeden Fall besser als zuviel Krängung. Läßt sich ein Schlagen des Segels nicht mehr verhindern, wird es Zeit zum Reffen.

Vorsegel Trimm
Das Vorsegel wird hauptsächlich mit dem laufenden Gut und dem Vorstag eingestellt. Wesentliche Unterschiede in der Wirkung auf das Vorsegel gibt es bei den Trimmvorrichtungen von 7/8- und Topp-Rigg nicht.
|
.
Der Holepunkt: ber den Holepunkt stellt man die Verwindung des Vorsegels, also den Twist, ein. Wird der
|
Die Genuaschot: Die Einstellung der Genuaschot erfordert viel Erfahrung und Feingefühl. Um die optimale Schotspannung herauszufinden, ist es sinnvoll, das Speedometer beim Trimmen zu beobachten. Um den Trimm immer wieder zu finden,
gibt es mehrere Anhaltspunkte:

|
Neuigkeiten |
|
|
|
|
|
Ansegeln 2006 Ergebnisse und Bilder |
|
|
Aktuelle Yardstickzahlen für den Wörthersee |
|
Wetter:Wind/Tag Wochenübersicht
Live WEBCAM
(Bild größer)
